Die Oscar-Nacht im Live-Ticker

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19.30 Uhr: Guten Abend allerseits! Nach der überaus schmerzhaften und völlig überflüssigen Niederlage meiner geliebten Frankfurter Eintracht gegen den VfB Stuttgart dürstet es mich danach, endlich wieder echte Gewinner zu sehen. Darum mache ich jetzt schon mal den Beitrag für das Oscar-Live-Blogging auf.

ProSieben beginnt seine Übertragung ab 1.10 Uhr mit einer Sonderausgabe von “red!”, die wohl die üblichen Bilder vom Roten Teppich aus Los Angeles zeigen wird. Die eigentliche Veranstaltung startet dann um Punkt 2.00 Uhr in der Nacht. Wer sich schon mal ein wenig auf die Oscar-Verleihung einstimmen will, dem sei dieser Artikel aus der New York Times empfohlen.

20.00 Uhr: Oh hey und bevor jemand fragt: Das angekündigte Design-Update versuche ich auch im Laufe der Nacht aufzuspielen, momentan hänge ich noch an den letzten Anpassungen. Ob das so eine gute Idee ist, weiß ich nicht genau – da hier ja aber sowieso keine Besucheranstürme zu erwarten sind, dürfte sich das Risiko eher in Grenzen halten. Wichtig ist ohnehin nur, dass das hier kein DWDL-esker Relaunch wird.

21.15 Uhr: Während nebenbei Benjamin Button im Fernsehen läuft (soviel zum Thema Hintergrund-Medium), friemele ich weiter an meinem neuen Blog-Theme rum. Es kann sich nur noch um Stunden handeln. Bejamin Button war für mich übrigens irgendwie enttäuschend, als ich den Film damals im Kino gesehen habe. Oder täuscht mich meine Erinnerung da?

23.00 Uhr: Heute Abend gibt es sicher auch wieder jede Menge schlechter Schauspieler zu sehen. In diese Kategorie fällt für mich übrigens auch Ottfried Fischer, über den der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe folgenden, wunderbaren Satz schreibt: “Fischer ist, um die Wahrheit zu sagen, beeindruckend fett.”

00.20 Uhr: So langsam geht es in die heiße Phase. Ich mache es mir jetzt auch gleich vor dem Fernseher bequem und harre der Dinge, die da kommen werden. Wer sich schon immer gefragt hat, wie die Siegerkärtchen aussehen, die die Präsentatoren aus den Umschlägen fischen, kann derweil einfach mal hier klicken… (via @RyanSeacrest)

00.54 Uhr: Online kann man in diversen Live-Streams schon das Geschehen auf dem Roten Teppich verfolgen. Ich persönlich bin grad auf dem AP-Livestream hängengeblieben. Wichtigstes Gesprächsthema dort (wie vermutlich auf allen anderen Kanälen auch): Die Kleider der Stars. Für Männer ja auch eher so semi-interessant.

1.10 Uhr: Präsentiert von Mumm-Sekt startet der Oscar-Countdown jetzt auch auf ProSieben. Wenn ich Annemarie Warnkross sehe, muss ich allerdings brechen. Vielleicht ist es also gar keine schlechte Idee, schon mal den Alkohol rauszuholen.

1.13 Uhr: Oh und Steven Gätjen hat tatsächlich ein “Exklusiv-Interview” mit 50 Prozent des Oscar-Moderatorenduos (James Franco, “127 Hours”) bekommen. Die Gerüchte, dass sich Franco lieber einen eigenen Arm abgeschnitten hätte, als mit Gätjen zu reden, halte ich für maßlos übertrieben.

1.20 Uhr: Ich drücke übrigens Natalie Portman die Daumen beim Kampf um den Oscar für die beste Hauptdarstellerin. Allerdings nicht, weil ich “Black Swan” so toll fand (Klischeekeule, ick hör dir trappsen!), sondern weil ich hier noch ein Filmplakat für “V wie Vendetta” mit Originalautogramm der Portman herumfliegen habe, das dringend mal bei eBay versteigert werden müsste.

1.32 Uhr: Oh mein Gott! Erster großer Fremdschäm-Moment des Abends: Steven Gätjen fragt doch tatsächlich eine völlig perplexe Jennifer Hudson, ob sie selber dieses verrückte Facebook nutzt, von dem neuerdings immer alle reden.

1.34 Uhr: Hudson antwortete übrigens sinngemäß, dass sie eher ein “Twitter-Girl” sei. Und Gätjen klappt mal kurz die Kinnlade runter.

1.39 Uhr: Drüben bei den 5 Filmfreunden wird übrigens auch mitgebloggt. Ein Kommentator dort meinte eben, dass das Kleid der Kidman aussieht wie eine Tischdecke. Dem ist nichts hinzuzufügen.

1.44 Uhr: Und Steven Gätjen gibt “rucki-zucki” ab in die erste Werbepause. I am bored.

1.51 Uhr: Sandra Bullock lässt Gätjen mal eben kurz auflaufen, als der sie nach ihrer Mutter fragt, die angeblich früher irgendwelchen Sprachunterricht gegeben haben soll. Bullock weiß davon aber nix und lässt das Gätjen auch knallhart merken. Ein echter Popcorn-Moment.

2.00 Uhr: So, ProSieben hat jetzt auf das Signal von ABC geschaltet – und ich muss mich nicht länger über Gätjen aufregen.

2.06 Uhr: Justin Timberlake sagt grade dem US-Fernsehen, dass der Rote Teppich gar nicht rot ist, sondern eher pink. Ist eben alles Fake in Hollywood.

2.10 Uhr: Mal kurz nachgedacht, welche der nominierten Filme ich überhaupt gesehen habe. Das wären “127 Hours” und “Inception”. Da herrscht also noch einiges an Nachholbedarf bei mir.

2.23 Uhr: Bei ABC erinnert man jetzt an die denkwürdigsten Acceptance-Speeches. Ganz vorne mit dabei: Tom Hanks`Dankesrede nach dem Oscar für Philadelphia – und natürlich Roberto Benignis euphorischer Saal-Jubel, den er 1999 aufführte, nachdem “Das Leben ist schön” mit dem Oscar für den Besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde.

2.30 Uhr: So, los geht`s! Gleich zu Beginn gibt es einen Trailer mit Szenen aus den nominierten Filmen. Schon hundertmal gesehen, aber immerhin solides Handwerk.

2.35 Uhr: Und hinterher noch ein Einspieler, in dem die beiden Moderatoren des Abends Anne Hathaway und James Franco in Szenen aus “Inception” den nominierten Filmen reingeschnitten wurden. Inklusive Alec-Baldwin-Gastauftritt. Trotzdem etwas zu lang geraten und nur so halb lustig.

2.40 Uhr: Francos und Hathaways Eröffnungsdialog ist relativ lustig. Die beiden machen sich lustig darüber, dass sie die Oscars vor allem moderieren, um jüngere Zielgruppen anzusprechen. Auch ihre beiden Mütter werden aus dem Publikum mit einbezogen. Zitat: “A great year for lesbians!”

2.45 Uhr: Tom Hanks vergib den ersten Oscar für “Best Art Direction”. Sieht irgendwie ziemlich alt aus der Tom-Boy. Das macht auch die Musik von Titanic, die im Hintergrund läuft, nicht wirklich besser. Immerhin. Tim Burtons “Alice im Wunderland” bekommt die erste Trophäe.

2.47 Uhr: Wer einen tatsächlich lustigen Eröffnungsdialog lesen will, schaue bitte auf der Website von Ricky Gervais vorbei. Derweil bekommt “Inception” seinen ersten Oscar (Cinematography).

2.52 Uhr: Die völlig schlaftrunkene Freundin enterte übrigens gerade den Raum und fragte, wie es denn so läuft hier. Hat wahrscheinlich grade von Inception geträumt.

2.55 Uhr: Jetzt erschließt sich mir auch, warum ProSieben vorhin Benjamin Button gezeigt hat: Der 94-jährige Kirk Douglas stirbt gerade auf der Bühne den Heldentod, als er die Nominierten für die beste Nebendarstellerin ansagt.

3.00 Uhr: Melissa Leo, die den Oscar für ihre Rolle in “The Fighter” bekommen hat, versucht gerade den Rekord für die längste und gleichzeitig langweiligste Dankesrede zu brechen. Es gelingt ihr auf Anhieb.

3.02 Uhr: Justin Timberlake, mit kurzem Zögern und großer Emphase: “I am……Banksy!” Lacher.

3.05 Uhr: Den Oscar für den besten animierten Kurzfilm räumt “The lost thing” ab. Noch nie gehört.

3.07 Uhr: “Toy Story 3″ bekommt den Oscar als Bester Animationsfilm. Jetzt ist der richtige Moment, um zu gestehen: Ich habe noch keinen einzigen Toy-Story-Film gesehen.

3.14 Uhr: Erster Oscar für Aaron Sorkins “The Social Network” in der Kategorie bestes adaptiertes Drehbuch. Und gleich drauf geht der Oscar für das beste Original-Drehbuch an “The King`s speech”. Bislang ein mehr als ausgeglichener Oscar-Abend.

3.20 Uhr: Werbepause. Kurzes Zwischenfazit: Bislang macht kein Film den absolute Abräumer, die Oscars gehen fein säuberlich verteilt raus. Find ich gut, den Über-Film gab es meiner Meinung nach im letzten Jahr eh nicht. Ansonsten ist die Show bislang eher durchschnittlich unterhaltsam. Wird ja aber vielleicht noch besser.

3.29 Uhr: Ah, endlich die ersten Charlie-Sheen-Witze. Hat ja auch lang genug gedauert. Bester fremdsprachiger Film wird derweil das dänische Drama “In a better world”.

3.34 Uhr: Kurz darauf bekommt Christian Bale den Oscar als bester Nebendarsteller für “Reign of Fire”. Ich kämpfe inzwischen doch etwas mit der Müdigkeit. Jetzt ist Durchhaltevermögen gefragt – auch, weil Bales Dankesrede ebenfalls alles andere als kurz ist. Mich würde allerdings mal interessieren, wer festlegt, ab wann eine Dankesrede von dieser unsäglichen Live-Musik unterbrochen wird. Gibt es da feste Regeln?

3.39 Uhr: Das (eben prämierte) Drehbuch für “The Social Network” kann man sich übrigens auch online durchlesen.

3.45 Uhr: Ein Medley aus den besten Filmmusiken der Oscar-Geschichte (Star Wars etc.)  leitet zur Vergabe des Oscras für die Beste Filmmusik über. Nett gemacht – mehr aber auch nicht. Dazu immerhin habe ich eine Meinung: Den Oscar MUSS Hans Zimmer bekommen.

3.45 Uhr: Oh, das überrascht mich dann doch. Nicht Zimmers sensationelle Inception-Musik, sondern der OST von The Social Network bekommt den Oscar. Als Ausgleich gibt es dann aber immerhin den Oscar für das beste Sound Mixing.

3.50 Uhr: Und gleich noch ein Oscar für “Inception”: Diesmal der für das beste Sound Editing.

3.51 Uhr: Und ab in die nächste Werbepause. Ich kann den Chanel-Spot bald auswendig aufsagen – und Max Raabes Lieder rückwärts singen.

3.58Uhr: Cate Blanchett vergibt den Oscar für die besten Kostüme und das beste Make-Up. Was die Einspielung der Herr-der-Ringe-Musik soll, erschließt sich mir allerdings nicht. Nun gut, den Oscar für die besten Kostüme bekommt “The Wolfman”. Nie gehört, aber der Trailer sieht tatsächlich ganz gut aus:

Und der Oscar für das beste Make-Up geht an “Alice im Wunderland”. Schon der zweite Oscar für den Burton-Film.

04.03 Uhr: Oh, zur Abwechslung ein wenig Musik. Zur Überleitung auf den Oscar für das beste Lied singt zunächst Randy Newman das Titellied von Toy Story 3. Wie gesagt, hab ich nicht gesehen – und darum kenn ich auch das Lied nicht. Klingt aber eher nicht soooo doll.

04.15 Uhr: Es wird irgendwie immer langweiliger. Diese Show ist dermaßen durchinszeniert, dass jedwede Spannung oder der kleinste Hauch von Abwechslung schon im Keim erstickt wird. Bin mal auf die Quoten morgen gespannt. Ich rechne aber damit, dass ProSieben mit der Übertragung nicht unbedingt einen großen Hit gelandet hat.

04.17 Uhr: In einem Einspieler werden Dialoge aus den nominierten Filmen autogetuned (der Bed-Intruder-Song lässt grüßen) und zu einer musikalischen Collage arrangiert. Nicht ganz schlecht.

4.24 Uhr: Oha, das nenn ich dann doch mal interessant. Charles Ferguson, der eben zusammen mit Audrey Marrs den Oscar für die beste Dokumentation bekommen hat, eröffnet seine Dankesrede (ungefähr) wie folgt: “Three years after the begin of the financial crisis, not a single banker has gone to jail for the fraud!”

4.29 Uhr: Und jetzt der bereits vorher geleakte “Überraschungs-Auftritt” von Billy Chrystal. Das dürfte besser werden, als die komplette Moderation von Hathaway und Franco bis dahin.

4.35 Uhr: Der Oscar für die besten visuellen Effekte geht an Inception. Für mich war es das dann an dieser Stelle. Mir fallen gleich die Augen zu und ich möchte äußerst ungern auf meinem Laptop einschlafen. Die Veranstaltung ist einfach zu langweilig, als dass sie mich wirklich gut unterhalten würde. Darum verabschiede ich mich jetzt erstmal ins Bett. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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27. Februar 2011 von Martin Hoffmann
Kategorien: Medien | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Ich werde, da morgen ein langer Tag ansteht, auf die Live-Begleitung in den Kommentaren verzichten müssen, freue mich aber schon auf die ruhige Lektüre und wünsche dir viel Spaß bei der Show und viel Glück für das Design-Update ;)

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