Audio – das schwarze Schaf des Online-Journalismus

17 Flares 17 Flares ×

Fast jeder kennt es wohl aus seiner eigenen Familie: Reist man zur groß angelegten Silberhochzeit von Tante Karla und Onkel Klaus, die für die Gäste zur Party des Jahres werden soll, ist dort auch immer dieser eine Typ. Dieser Typ, den alle nur mit abschätzigen Blicken betrachten. Mit dem sie eigentlich nichts zu tun haben wollen. Den sie aber trotzdem irgendwie in die Familie integrieren müssen.

Genau wie es dieses schwarze Schaf in den allermeisten Familien gibt, gibt es eine ähnliche Situation auch im Online-Journalismus. Nur dass das schwarze Schaf hier nicht seit 30 Jahren alkoholkrank ist und Jürgen, Günther oder Dieter heißt. Nein, das schwarze Schaf des Online-Journalismus heißt: Audio.

Gute Beispiele? Mangelware!

Denn es gibt kaum gute Beispiele, in denen Töne im Online-Journalismus wirklich sinnvoll eingesetzt werden. So kommt es, dass selbst einfachste Ideen, wie die Teenager-Tagebücher, die SPIEGEL ONLINE im Dezember veröffentlicht hat, oder das “Olympic Musical” der New York Times, als herausragende Beispiele herhalten müssen, um zu zeigen, was im Online-Journalismus audiotechnisch möglich ist.

Woran liegt das? Zum einen glaube ich, dass es noch viel zu wenig Radio-Journalisten gibt, die sich wirklich mit den neuen Möglichkeiten des Internets auskennen. In vielen Teams, die multimediale Formate entwickeln und produzieren, gibt es häufig Experten für alle möglichen Bereiche: Bewegtbild, Flash, Datenjournalismus, Fotos, Programmierung usw. Aber ein Spezialist für Audio? Ich zumindest habe davon noch nie gehört (Hinweise darauf sind aber natürlich in den Kommentaren trotzdem gern gesehen!). Und das, obwohl doch eigentlich gerade Radio-Journalisten für solch einen Job prädestiniert sein sollten.

Letzte Hoffnung Audio-Slideshow?

Zum anderen denke ich, dass vielen Journalisten einfach noch nicht ganz klar ist, welche emotionale Wirkung man schon mit einfachsten tontechnischen Mitteln erreichen kann. Die alte Filmerweisheit, dass das Publikum eher ein schlechtes Bild verzeiht, aber keinesfalls schlechten Ton, sollte doch eigentlich jedem da draußen geläufig sein, oder? Wieso nur wird sie so selten auf den Journalismus im Netz übertragen?

Sicher, es gibt Mischformen wie die Audio-Slideshows, die mittlerweile auch die Websites einiger deutscher Nachrichten-Portale zieren (z.B. die “Berlin Folgen” bei taz.de oder die “Nahaufnahme Berlin” des Tagesspiegels). Doch auch dort stehen in vielen Fällen die Bilder im Vordergrund.

Es bleibt dabei: Töne werden – ganz im Gegensatz zu den visuellen Reizen – eher stiefmütterlich behandelt. Das ist der Grund dafür, dass ich immer wieder das Gefühl habe, das Ende der Fahnenstange von sinnvollem Audio-Einsatz im Online-Journalismus bis jetzt noch nicht wirklich zu Gesicht bekommen zu haben. Oder sehe ich das falsch?

tl;dr

Audio wird im Online-Journalismus noch stiefmütterlich behandelt. Das liegt auch daran, dass zu wenig Experten in die Entwicklung neuer Projekte einbezogen werden – oder sich überhaupt dafür interessieren.

Weiterführende Links:

17 Flares Twitter 12 Facebook 3 Google+ 2 Pin It Share 0 17 Flares ×

13. Februar 2012 von Martin Hoffmann
Kategorien: Medien | 18 Kommentare

Kommentare (18)

  1. Hallo Martin,

    ich gebe dir Recht. Ganz so schwarz sehe ich das aber nicht. Es gibt doch einige begeisterte Audioprofis im Netz und auch spannende Ideen wie Zeit Audio oder der vertonte Streiflicht in der iPad-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.

    Aber du hast hinsichtlich der Wahrnehmung recht. Oft werden Videos und Bilder überschätzt und Audio unterschätzt. Passt doch Audio auch hervorragend zum an sich eher visuellen Medium Internet.

    Wir bei detektor.fm merken das beispielsweise an Mails von Hörern, die uns schreiben, dass sie im Internet surfen und dabei Onlineradio hören.

    Danke für den Impuls,

    Christian

    • Vielen Dank erstmal für deinen Kommentar. Online-Radio ist sicher ein Bereich mit Zukunft – mehr noch als das “alte” Radio. Eure Arbeit bei Detektor.fm finde ich von der Warte her also schon mal gut. Allerdings liegt die Priorität bei Euch ja auch klar auf dem Audio, alles andere wird drumrum gebaut. Mit geht es eher um die “andere Seite”, also Online-Journalismus, der sich per se nicht zuerst als hörbar versteht – aber durch Töne trotzdem an Klasse gewinnen könnte.

      • Das stimmt. Aber ich glaube es liegt auch daran, dass sich beispielsweise Podcasts in Deutschland nie wirklich durchgesetzt haben und es nur eine handvoll spannender Online-Audio-Projekte mit journalistischem Anspruch gibt. Mehr davon führen aus meiner Sicht auch zu mehr Audio bei den restlichen Kollegen.

        Wir bekommen immer wieder positiv erstaunte Reaktionen ob der Wirkung von Audio. Das scheint einfach angesichts der Untergangsangst von Print und der großen Aufmerksamkeit für Fernsehen immer mal wieder vergessen zu werden.

  2. Du hast absolut recht, Martin. Leider.

    Und ja: Zum Teil liegt das an uns Radiomachern selbst.

    Viele von uns tun sich einfach schwer mit dem Multimedialen. Denn wir lieben das Radio doch gerade, WEIL man sich beim “Nur”-Hören so schön aufs Wesentliche konzentrieren kann. Bilder dagegen halten wir eigentlich für störend.

    Und so bleiben selbst Audio-Slide-Shows, die eigentlich die ideale Form für uns Hörfunker sind, (wie ich finde) fest in Fotografen und Filmemacher-Hand.

    Ich bedauere das sehr und würde mir auch wünschen, dass Radiomacher mit mehr Selbstbewusstsein auftreten und ihre Fähigkeiten verteidigen.

    Warum, zum Beispiel, lassen wir es zu, dass viele Fernsehreporter in den Sendern glauben, sie könnten Radio (“Is ja nur Ton ohne Bild”) während umgekehrt natürlich jedem Radiomacher gleich klar gemacht wird, dass er von Bildern keine Ahnung hat.

    Warum vermarkten wir gute Radioprodukte so wenig? Zum Beispiel auf YouTube. Was spräche dagegen, dort gute Beiträge einzustellen und zu bewerben? Kaum ein Reporter/Sender macht das. Und weil wir unsere Audios nicht verschlagworten, betexten, verschriftlichen, findet uns keine Suchmaschine. Es wäre längst an der Zeit, etwas zu tun. Zu entwickeln. Zu machen.

    Aber klar: Wir Radiomacher machen lieber den nächsten Beitrag, sind immer am nächsten Stück. Wir sind tendenziell Idealisten. Radiobegeistert. Hörfunkverliebt. Hinhörer. Wären wir extrovertierte Werber, Verkäufer, “Für-uns-Trommler” wären wir vermutlich beim Fernsehen. ;o)

  3. Hallo Martin,

    ich hab zwar schon drüben kommentiert, aber der Vollständigkeit halber, hier nochmal mein Kommentar:

    Ich befürchte ich verstehe den Tenor des Textes falsch, denn ich muss vehement widersprechen.

    Ich finde Audio ist mitnichten das schwarze Schaf des Online-Journalismus. Sicher, im Gegensatz zum Text ist Audio noch stark unterrepräsentiert. Im Gegensatz zum Video liegt es vielleicht auch noch etwas zurück. Aber es gibt großartige Beispiele für Online-Radiofeatures, für journalistische Audiobeiträge online.

    Als Beispiele würde ich hier das ARD Radio-Feature, diverse DRadio-Wissen Beiträge, aber auch die HR2-Features (der Tag, etc.) anbringen oder auch das Montagsradio. Darüber hinaus betätigen sich diverse Radiojournalisten, u.a. Philip Banse oder Markus Heidmeier, vor allem auch im Online-Bereich.

    Also, hab ich jetzt das Thema falsch verstanden, oder würdet Ihr “Audio im Online-Journalismus” anders interpretieren als ich, sodass o.g. Beispiele eher nicht passen würden? Wie wäre denn eine praktikable Definition von “Audio im Online-Journalismus”?

    Viele Grüße,
    Matthias

    • Hey Matthias, Danke auch dir für deinen Kommentar. Dass es durchaus Radio-Jornalisten gibt, die im Netz aktiv sind, habe ich nie bestritten. Ich finde aber, dass der Großteil der Radio-Features oder Audio-Beiträge zunächst erstmal für das klassische Radio produziert sind – und online quasi “nur” zweitverwertet werden. Dass das überhaupt passiert, finde ich schon mal gut. Es ändert aber nichts daran, dass es meiner Meinung nach an Ideen fehlt, wie man das Netz für neue, originäre Audio-Formate nutzen kann bzw. wie man durch Audios andere Projekte, wie zum Beispiel WebDoks, bereichern könnte. Vor allem aber findet eine wirkliche Diskussion darüber, soweit ich das überblicke, nur in einem sehr begrenzten Rahmen statt. Darum auch dieser Beitrag. ;)

    • Es stimmt schon, Matthias.
      Es GIBT innovative Redaktionen im Radio. hr2 und dradio wissen gehören definitiv dazu.

      Dennoch gibt es über das reine “Ich stell das mal online” hinaus kaum innovative Ideen für Audios im Netz. Oder?

      Und – vielleicht noch trauriger: ich kenne kaum Radiomacher, die gezielt nach Innovationen suchen.

      Wobei ich nicht ausschließen will, dass man nur nichts von ihnen hört und sieht und liest.

      Denn ja, auch den Eindruck habe ich: Radiomacher reden wenig über ihr Medium. Nur wenige von ihnen bloggen und wenn dann nicht über ihr Handwerk. Auf den Medienseiten nimmt man das Radio (deshalb?) nicht wahr. Und die Sender selbst präsentieren Neuheiten sehr zaghaft.

      Während im Fernsehen jede neue Talkshow angekündigt wird, als habe man die Welt neu erfunden, experimentieren manche Hörfunk-Redaktionen mit coolen neuen Radio-Formen, aber sie reden nicht drüber. Radio ist halt nicht sexy genug.

      Will sagen: Die Radiomacher sind, scheint mir, nicht nur das “schwarze Schaf” der “Online-Familie”. Sie haben sich vermutlich sogar zu einem Außenseiter der ganzen großen “Medien-Familie” machen lassen. Zu Unrecht.

  4. Pingback: gastauftritt.net » Audio? Im Web? Echt jetzt?

  5. Ich würde dir soweit Recht geben, dass Audio im Netz hauptsächlich von Menschen betrieben wird, die sonst Radio machen. Für die restliche, schnell arbeitende Online-Welt ist gute Audioverarbeitung zu zeitaufwendig – oder sie glaubt das zumindest.

    Auch die Auseinandersetzung zwischen Verlegern und öffentlich-rechtlichem Rundfunk zeigt, dass die Möglichkeiten im Netz immer noch nicht wirklich wahrgenommen werden. Statt Text, Ton und Bild zu kombinieren, werden künstliche Grenzen abgesteckt.

    Mit dlf50.org haben wir dieses Semester gezeigt, dass sich die verschiedenen Formate sinnvoll kombinieren lassen. http://www.dlf50.org/

    In einem meiner Beiträge habe ich versucht mit Text, Audio und zitierten Tweets die Diskussion im Konzertsaal des Deutschlandfunks in Köln abzubilden. Die Kombination ist in der Art und Weise nur online möglich. http://dlf50.org/2012/01/diskussion-public-and-its-media/
    So kann der Leser/Hörer Eindrücke gewinnen, die er mit reinem Text oder purem Audio nicht gehabt hätte.

    • Eine Frage, Pascal:
      Wie oft wurden die O-Töne wirklich abgerufen?
      Und wie oft wurden sie zu Ende gehört?

      Ich frage das, weil ich den Eindruck habe, dass auch Eure Darstellungsform das Problem hat, das Titus Gast beschrieben hat (http://gastauftritt.net/2012/02/audio-im-web-echt-jetzt/). Nämlich, dass man als User
      im Netz immer geneigt ist, weiter zu klicken, weiterzulesen, sich vom Audio wegziehen zu lassen, wenn es nicht direkt ZUM Audio was zu sehen gibt.

      Mich persönlich jedenfalls hat diese Mischung nicht wirklich angesprochen. Und ja ich gebe zu: MITSCHNITTE von Podien sind für mich akustisch ein Graus. Ich höre sie ungern in Radiobeiträgen und deshalb auch ungern im Netz. Vielleicht also hätte eine solche Form bei mir bessere Chancen, wenn die Audios echte, pointierte, hallfreie O-Töne wären. Womit wir wieder beim Thema wären…

      • Zur ersten Frage, Sandra: Die Zahlen stehen bei jedem Track dabei, die Audios wurden aber deutlich seltener abgerufen, als der Artikel selbst.

        Zur zweiten Frage kann ich dir nicht wirklich was sagen, die Verweildauer auf der Seite ist aber recht hoch. Gegenfrage: Wie oft werden Texte zu Ende gelesen?

        Zur Qualität der Audios: Beim Berichten von einer Konferenz ist das so gegeben, wir hatten keinen Einfluss auf den Saalmitschnitt. In Interviews haben wir eigene O-Töne und wir haben tatsächlich auch „echte Radiobeiträge“ auf dem Blog. :D

        Titus schreibt, dass Audio fast nur auf den Online-Auftritten der Radiosender stattfindet. Nichts anderes sage ich. Sein zweiter Punkt sind Audiostreams und Podcasts, die er wie Radio konsumiert, auch hier sehe ich keinen Widerspruch zu meinen Worten. „Reines Audio“ hat eben den Vorteil, dass man es konsumieren kann, ohne sich visuell fokussieren zu müssen.

        Ob man Audio jetzt Radio, Podcast oder Stream nennt, macht beim Konsum keinen Unterschied. Immer haben wir die Möglichkeit während des Zuhörens etwas anderes zu machen. Podcasts bieten nur den zusätzlichen Vor- oder Nachteil, nicht an Sendezeiten gebunden zu sein.

        Lustigerweise habe ich gerade mit zwei Kommilitonen eine Audioslideshow gemacht. Beim Feedback dazu fällt auf, dass die Betrachter mehr Aufmerksamkeit auf die Bilder richten, als auf das Audio. Viele Menschen sind visuell leichter zu reizen als über Audios. Manche hatten sogar den Effekt, den Titus beschreibt: Sie haben vor lauter Bildinformation den Faden beim Audio verloren.

        Titus schreibt trotzdem, dass er „was lesen will“ während er zuhört, genau das kann er ja dann bei einer Kombination von Text und Ton auf einer Website machen. Sicher reduziert das seine Aufmerksamkeit fürs Audio.

        Eigentlich sucht Titus also nur nach einer Tätigkeit, die ihn beschäftigt, aber nicht vom Hören ablenkt. Ideal wäre dafür eine Reihe von Fotos, die thematisch zum Audio passen durch die er dann Wischen und Klicken kann, ohne wirklich abgelenkt zu werden.

        Die Frage ist also, wie viel Bild brauchen wir, damit Audio im Web geklickt wird und nicht untergeht? Aber gleichzeitig: Wie halten wir das Bild so gering, dass es nicht vom Audio ablenkt?

        Ich finde, die Diskussion sollte nicht ums Ersetzen, sondern ums Ergänzen gehen. Radio, egal ob über UKW, DAB+ oder als Netzstream kann doch prima parallel zu Podcasts und Audioslides existieren. Es sollte nur darum gehen, dass der Nutzer selbst entscheiden kann. Ob er gerade im Auto Radio hört, am PC dem Stream lauscht, beim Joggen den Podcast vom Vortag hört oder in einer Slideshow herumwischen will, muss er frei entscheiden. Für die Redakteure bedeutet diese Vielfalt aber eben auch, sich dem jeweiligen Verbreitungsweg anzupassen.

        • @Pascal: Also ich hatte Martin in seinem Beitrag oben so verstanden, dass es ihm um Audio als onlinejournalistische Darstellungsform ginge und nicht um Online als Verbreitungsweg für Radioinhalte. Meine These, die du ja auch durch deine Statistiken (und im Übrigen auch durch die, mit denen ich zu tun habe) gestützt wird, ist: Im Kontext multimedialer Websites funktioniert Audio als Darstellungsform maximal mäßig, die Abrufzahlen sind praktisch immer schlechter im Vergleich zu gut bebilderten Texten oder gar Videos.

          Unabhängig davon ist das Netz ein toller Kanal, um Audioinhalte zu verbreiten – die werden dann aber eher genutzt wie das gute alte Dampfradio. Das funktioniert übrigens auch toll, wie ich selbst im Zusammenhang mit On-Demand-Angeboten und Podcasts gelernt habe.

          Die Schwierigkeit in deinem Beispiel ist: Ich lese erst und muss dann zwischendurch immer den Modus wechseln. Ich kann schnell lesen, langsam lesen, das ist selbstbestimmt. Wenn ich mir die O-Töne anhöre, bin ich auf Gedeih und Verderb den (möglicherweise langatmigen) Ausführungen des O-Ton-Gebers ausgeliefert. Vielleicht würde ich das lieber nur kurz scannen? Vielleicht würde ich es mir gerne zweimal durchlesen? Und was macht dann der durchschnittliche User? Er liest, hört vielleicht kurz mal in zwei O-Töne rein, das war’s. So interpretiere ich zumindest deinen Hinweis auf die statistische Auswertung, die sich mit dem Verhalten deckt, das ich an mir und anderen beobachte. Versteh mich nicht falsch: Das ist natürlich trotz alledem ein tolles Beispiel für einen kreativen Umgang mit Audiomaterial im Onlinejournalismus; das alleine verdient höchste Anerkennung!

          Interessant fand ich übrigens, was du zur Audioslideshow schreibst. Die wenigen guten Beispiele, die mir in Erinnerung geblieben sind, haben dieses Problem (dass das Bild vom text ablenkt) nicht. Man muss natürlich schon peinlich genau darauf achten, dass Bilder den Text stützen und nicht eine eigene Erzählebene aufmachen. Hast du Beispiele, bei denen du dieses von dir geschilderte Problem beobachtet hast? Das wäre jetzt gerade mal interessant.

          BTW: Wir sollten uns als Onlinejournalisten vom Anspruch verabschieden, dass jeder User alles, was wir ihm hinschmeißen, in seiner vollen Länge, Tiefe und Breite gefälligst nutzen möge. Jemand will nur die Hälfte lesen? Soll er doch. Jemand will keine Audios? Geb ich ihm eben eine kurze Zusammenfassung. Jemand will sich durch Bilder klicken? Videos gucken? Bitteschön. Wenn ein User nur Teile meines Werkes nutzt, stört das niemanden – außer vielleicht unsere eigene Eitelkeit. Die zu befriedigen, ist nun wirklich nicht unser Job.

          • Ich bin einer von Pascals erwähnten Kommilitonen, die an der Audioslideshow und dem dlf50.org-Projekt mitgearbeitet haben.

            Zur Audioslideshow: Pascal, Daniel und ich haben in den letzten Tagen unsere erste Audioslideshow produziert, wobei wir mit einigen bindenden Vorgaben im Seminar zu kämpfen hatten. Daher wurde der Beitrag auf der Audioebene gegen Ende etwas ruhelos.

            Interessant finde ich, dass ich seit der Veröffentlichung Rückmeldungen bekommen habe, die in die andere Richtung gehen: Gerade, weil die Audiospur zum Teil etwas ruhelos ist, sagten einige Betrachter, dass sie die Bildebene fast schon ausgeblendet hatten. Die Konzentration habe notgedrungen einfach zu sehr auf der Tonspur gelegen.

            @Titus: Ich war bei Pascals dlf50.org – Beitrag anfangs auch etwas skeptisch, ob die Beiträge wirklich angehört werden. Die Frage, die ich mir stelle ist jedoch: Wenn der Bruch zwischen Text und Audio bei einem solchen Format so groß ist, kann eine Kombination dann funktionieren?

            Bei Texten kann jeder Nutzer im eigenen Tempo lesen, scannen oder überfliegen. In einem Audio ist das schwieriger. Mit Lesezeichen ließen sich markante Marker setzten, die den Nutzern das springen oder beschleunigte konsumieren erleichtern. Aber mal ehrlich, das ist doch auch nicht die Lösung.

            Müssen Audiobeiträge dann als Transkript verfügbar sein, damit die User Audio im Netz wahrnehmen? Das würde zwar einen positiven Effekt bei den Suchmaschinen bringen, wäre aber ein Armutszeugnis für Tonformate im Netz.

            Ich finde es deshalb gut, dass Martin hier die Rolle der Web-Audios hinterfragt.

          • Stimme dir zu, Titus, insbesondere deinem letzten Absatz. Ich würde allerdings Onlinejournalisten durch Journalisten ersetzen.

            Natürlich ist trotzdem der Ehrgeiz da, so interessant zu sein, um bis zum Ende gelesen, gehört oder geschaut zu werden.

  6. Sorry, dass ich an der Diskussion im Moment nicht wirklich teilnehmen kann. Aber weil ich grad in Brüssel bin, fällt es mir schwer, hier wirklich mitzudiskutieren. Ab Freitag bin ich dann wieder daheim, dann werd ich mich hier auch wieder regelmäßiger melden. Bis dahin bitte ich also um etwas Geduld.

  7. Pingback: Glanzlichter 84: Plagiate, Schulden und ein Pyjama « … Kaffee bei mir?

  8. Pingback: Linksverkehr KW 07/2012 » YOUdaz.com

  9. Pingback: Audiolinks: #dradiowissenneu, virales Audio & die perfekte Nachrichtenminute im Radio | Felix Hügel

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert